NOVEMBER 2018

Unser Contemporary Dance Project "DEM MENSCHEN EIN WOLF" unter der künstlerischen Leitung von Choreograf Saeed Hani feiert vier vielumjubelte Aufführungen in der Tufa Trier mit begeisterter Resonanz bei Publikum und Presse.

"Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit" schrieb der römische Dichter Titus Maccius Plautus im 3. Jahrhundert vor Christus in seiner Komödie „Asinaria“. Demnach ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, sondern vielmehr ein Wolf, wenn er nicht weiß, wie dieser geartet ist – anders gesagt, wenn dieser ihm fremd ist. Dann seien Menschen lediglich darauf aus, ihren eigenen Nutzen zu maximieren und seien somit nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht.

Im 17. Jahrhundert griff der englische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes in der Widmung seines Werkes „De Cive“ an William Cavendish dieses negative Menschenbild auf, jedoch nicht um das Verhältnis der Menschen zueinander zu charakterisieren, sondern um das Verhältnis zwischen den Staaten zu beschreiben. Hier müssten "selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, das heißt die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen."

Auch im Jahre 2017 hat dieses Bildnis nichts an seiner Bedeutung verloren. Die Auseinandersetzung mit dem Weltbild von Plautus und Hobbes, projiziert auf die aktuellen gesellschaftlichen Ereignisse, bilden das zentrale Thema des Tanzprojektes „Dem Menschen ein Wolf“, unter der künstlerischen Leitung von Choreograph Saeed Hani, der im Herbst 2015 als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam.

Gemeinsam mit fünf Tänzerinnen und Tänzern thematisiert Saeed Hani den Umgang der Menschen mit dem Fremden. Sehen wir den Fremden wirklich nicht als Mitmenschen an, sondern unterstellen ihm Eigenschaften wie Argwohn, Gier und die Gefährlichkeit eines Raubtieres nur basierend auf seiner Andersartigkeit? Entgegen der misanthropischen Denkweise erfuhr Saeed Hani viel Unterstützung und Anteilnahme bei seiner Ankunft in Deutschland, obwohl er seinen Helfern anfangs ein völlig Fremder war. Kann also Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit doch bestehen, in einer Zeit voller Egoismen und Selbstsucht?

Über diese Fragen hinaus will „Dem Menschen ein Wolf“ Motive und Perspektiven des menschlichen Zusammenlebens beleuchten. Warum folgen so viele Menschen den einfachen Parolen von Demagogen, die Mauern statt Brücken propagieren? Warum fürchten so viele Menschen einen persönlichen Verlust, wenn sich die Gesellschaft solidarisch zeigt? Ist der menschliche Egoismus doch so grenzenlos wie Schopenhauer ihn beschrieb?

„Dem Menschen ein Wolf“ soll dem Zuschauer eine Reflexionsfläche für das aktuelle Zeitgeschehen bieten und ihn auffordern, sich darin zu positionieren. Gerade in einer Zeit, in der es nahezu unmöglich geworden ist, die Nachrichten zu verfolgen, ohne an dem Berichteten zu verzweifeln, den Verstand zu verlieren oder in eine Schockstarre zu verfallen, ist es Aufgabe der Kunst, gesellschaftspolitische Themen auf die Bühne zu bringen und den Zuschauer zum Denken und Reflektieren anzuregen.

Teaser "DEM MENSCHEN EIN WOLF"


JULI 2018

Grandioser Erfolg von "ONE NIGHT STAND" beim Full Moon Dance Festival in Finnland

 

In seiner 27. Ausgabe präsentierte das finnische Full Moon Dance Festival unter dem Motto "Dance and Music Across Cultural Borders" fünfzehn Tanzaufführungen - darunter auch unsere Produktion "ONE NIGHT STAND". Mit der internationalen Programmauswahl und der Beteiligung von Künstlern aus vierzehn Nationen, wolle man besonders die Bedeutung von interkulturellem Dialog betonen, so der künstlerische Leiter des Festivals, Choreograf und Tänzer Alpo Aaltokoski. Wie treffend, denn dies ist auch genau das Anliegen unseres Vereins. "ONE NIGHT STAND" mit Choreograf und Tänzer Saeed Hani (Syrien) und den TänzerInnen Catarina Barbosa (Portugal), Valentina Zappa (Italien), Maher Abdul Moaty (Syrien), Baptiste Hilbert (Belgien) und Niel Medeiros (Brasilien) löste beim Publikum nicht enden wollende Beifallsstürme aus. Die finnische Presse bedachte uns zudem mit einer umfangreichen Berichterstattung, u.a. drei Seiten im Kulturteil der größten und wichtigsten finnischen Tageszeitung Helsingin Sanomat. Zudem tanzte Saeed als Solist bei der Eröffnung und der Abschlussveranstaltung des Festivals.


 


Many thanks to our amazing dancers, the wonderful team of Full Moon Dance Festival, especially to Erkki & Alpo, to the great sound & light techincians of Sun Effects, to “Nationales Performance Netz” & "Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien" for their kind support and to all our new friends we made in Finland. Kiitos, Täydenkuun Tanssit!


ONE NIGHT STAND beim 27. Full Moon Dance Festival in Finnland

Pressestimmen:

Das Werk des syrischen Choreografen Saeed Hani "One Night Stand" war wie eine Sammlung von Gemälden, die von einem Künstler gemalt wurden. Die visuell wunderschöne Arbeit behandelte Tabus und die Lage von sexuellen Minderheiten im Nahen Osten (übersetzt aus dem Finnischen).

Pyhärjaven Sanomat, 01.08.2018

Das Stück wurde Samstagabend im Rahmen des Full Moon Dance Festivals vor nahezu ausverkauftem Haus aufgeführt... nach dem Ende erhob sich der Großteil des Publikums zu Standing Ovations (übersetzt aus dem Finnischen).

Helsingin Sanomat, 31.07.2018

JULI 2017

Tanz- und Marionettenstück "Rotkäppchen" beim TUFA-Festival SommerHeckMeck

Viel Freude und Staunen bei heimischen und geflüchteten Kindern und Eltern bei diese "manipulierten" Märchen im Rahmen des diesjähigen SommerHeckMeck am 8. Juli 2017 in der TUFA, nach einer Idee von Maher Abdul Moaty.
Es tanzten und spielten Maher Abdul Moaty, Aifric Ni Chaoimh, Pascale Toniazzo, Saif Al-Khayyat, Hannah und Uta Ensch.

 


JULI 2017

Wiederaufführung des erfolgreichen Tanzstücks "One Night Stand" beim TUFA Festival SommerHeckMeck am 17. Juli 2017


Auch die wiederholte Aufführung dieses brandaktuellen Stückes war ein großer Erfolg und wurde mit Standing Ovations belohnt. Gerade für Jugendliche ist die Thematik "Sexualität im Spiegel der Gesellschaft in der arabischen Welt und hier" von besonderem Interesse. Tänzer und Choreograf Saeed Hani will dabei vor allem aufklären und Verständnis fördern, im Besonderen auch über das Thema Homosexualität.


AUGUST 2016

WORKSHOP unseres Vereinsmitglieds Ranim Al Malat für deutsche und syrische Kinder in Morbach.

... und 5-6-7-8. Die Uhr des Tanzes hat sie gerufen. Die kleinen Teilnehmer genossen anspruchsvolle, aber auch harte Arbeit mit der Tanz-Choreografin Ranim Al Malat. Mehrere Stunden täglich Tanz, Theater und Sport. Die Kinder sollten die Möglichkeit erhalten, sich selbst zu entdecken und aus sich herauszukommen.

Ranim gab ihnen die Möglichkeit, das Miteinander unterschiedlicher Kulturen in der Erarbeitung eines kleinen Musicals zu üben und sich und die anderen dabei zu verstehen. Dabei konnte jeder seine eigenen Talente entdecken und präsentieren. Das begeisterte und bunte Publikum aus Familien und Freunden applaudierte stolzen und glücklichen Kindern.

Eine wunderbare Kooperation mit dem Verein "Kunst im Gewächshaus e.V." in Morbach.
Fotos: David Schmitz

JUNI 2016

ONE NIGHT STAND IN DER TUFA TRIER

Trailer  "ONE NIGHT STAND"


Tänzer: Baptiste Hilbert, Ranim Al Malat, Niel Medeiros, Maher Abdul Moaty, Catarina Barbosa, Saeed Hani
Choreografie: Saeed Hani
Management: Marion Poma
Media/Marketing: Oliver Möller
Tontechnik: Björn Nafe
Video: Ina Froitzheim

Sechs KünstlerInnen und Künstler aus Syrien und Europa thematisieren mit „ONE NIGHT STAND “ die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Sexualität im arabischen und europäischen Raum. Selbst aufgewachsen in einer von konservativer Sexualmoral geprägten syrischen Gesellschaft, will Tänzer und Choreograf Saeed Hani vor allem junge Menschen aufklären und gegenseitiges Verständnis fördern. Ein besonderes Anliegen ist ihm hierbei auch das Thema Homosexualität, da gleichgeschlechtliche Liebe in der arabischen Welt mit drakonischen Strafen verfolgt wird. Im Anschluss an die Aufführung finden Podiumsdiskussion statt, bei der offenen und auch weniger offenen Menschen jeden Alters und Herkunft Gelegenheit gegeben wird, sich zu diesem für viele nicht einfachen Thema zu äußern und auszutauschen.

Saeed Hani absolvierte seine Tanzausbildung am Higher Institute for Dramatic Arts in Damaskus, Syrien. Im Anschluss arbeite er als Tänzer und Choreograf am Caracalla Dance Theatre in Beirut, Libanon, und wirkte  in zahlreichen internationalen Produktionen, u.a. in China, Italien, Oman, Algerien und Katar, mit.

Fotos: David Schmitz

Fotos: Marijus Bičkovas

JUNI 2016

Workshop Contemporary Dance "One Night Stand” mit Saeed Hani

 Im Rahmen eines Workshops zeigt Saeed Hani exemplarisch an seiner choreografischen Arbeit zur Produktion „One Night Stand“, wie sich aus realen, gewöhnlichen Bewegungen des Körpers eine ausdrucksstarke Choreografie entwickeln lässt und setzt gemeinsam mit den TeilnehmerInnen einzelne Szenen um.