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August 2020

THE BLIND NARCISSIST

„The Blind Narcissist“ ist ein als Duett angelegtes Stück, das die Mittel des Zeitgenössischen Tanzes, der Bildenden Kunst, der Videokunst und der Raumkunst zusammenführt.

Es handelt von der selbstzerstörerischen Liebe eines Mannes zu einem Narzissten. Die Beziehung, in der jegliche Leidenschaft des Partners auf die eigene Person gelenkt ist, wird unweigerlich zu einem erbarmungslosen Kampf. Denn er ist der Schöpfer und der Partner lediglich sein Geschöpf: "Ohne mich existierst Du nicht!"

DER MYTHOS VON NARZISS

Narziss ist der schöne Sohn des Flussgottes Kephisos und der Wassernymphe Leirope. Aufgrund seiner Schönheit wird Narziss von Männern wie Frauen umworben, die er jedoch alle grob zurückweist. Für dieses Verhalten wird er von der Rachegöttin Nemesis mit unstillbarer Selbstliebe bestraft. Da er niemand anderen zu lieben fähig scheint, darf er nur mehr sich selbst lieben.

Als Narziss sich eines Tages zum Trinken über einen Teich lehnt, verliebt er sich in sein Spiegelbild, ohne erkennen zu können, dass er es selbst ist, den er sieht. Er verzehrt sich so sehr nach seinem schönen Gegenüber, dass er Tag und Nacht am Teich verbringt. Er ertrinkt im Versuch, das geliebte Wesen im Teich zu umarmen. An der Stelle, an der er zuvor gesessen hatte, wächst eine Narzisse.

Der Begriff „Narzissmus“ bedeutet umgangssprachlich so viel wie Selbstverliebtheit oder Selbstbewunderung. Ein Narzisst ist eine übermäßig stark auf sich selbst bezogene Person mit überschwänglich positivem Selbstbild, was sie zugleich gegenüber negativer Kritik immunisiert. Er überschätzt sich meist maßlos, interessiert sich kaum für andere und agiert häufig sogar rücksichtslos und kalt.

NARZISSMUS ALS DIE LEITNEUROSE UNSERER ZEIT

Der amerikanische Psychoanalytiker Christopher Lasch spricht vom „Zeitalter des Narzissmus“. In unserer Gesellschaft hat vor allem derjenige Erfolg, der sich behaupten kann, der sich durchsetzt, der sich darstellt. Narzissten brauchen Bewunderung. Auf den Sockel gelangen sie nur durch jubelndes Publikum. Wo kein Publikum ist, kann auch kein Narzisst gedeihen. Sie lieben das Spektakuläre, das Ungewöhnliche. Vor nichts scheinen sie zurückzuschrecken. Narzisstische Menschen sind nicht nur von sich überzeugt. Sondern sie glauben fest daran, dass andere Menschen sie auch überzeugend finden. Und Beziehungen, seien es nun private oder berufliche, funktionieren so lange, wie die Partner den Status des Narzissten nicht ankratzen oder in Frage stellen. So sehr sie nach außen schillernd, unbeschwert auftreten, so sehr leiden sie auch unter ihrer Rolle. Auch wenn sie sich das meistens kaum oder gar nicht eingestehen wollen. Denn aus der Suche nach Anerkennung, die in eine machtvolle Position mündet, kann leicht eine Sucht nach Anerkennung werden.    

Narzissten ist der Zugang zum eigenen Gefühl im Wesentlichen versperrt und damit fehlt ihnen auch Einfühlungsvermögen in andere Personen. Ihr ganzes Leben ist meist davon geprägt, Anerkennung durch Leistung zu erreichen. Das tiefere Bedürfnis ist sich geliebt fühlen zu können. Aber Liebe gewinnt man weder über Anerkennung, noch durch Macht. Anerkennung kann man erarbeiten, aber nicht Liebe. Liebe ist immer ein Geschenk. vgl. www.beruehrungspunkte.de/artikel-ode-an-die-narzissten      


Choreographie: Saeed Hani Möller

Tänzer: Gabriel Lawton & Robin Rohrmann

Kostümdesign: Nadja Führinger

Stagedesign: Alexander Harry Morrison

Licht- & Tontechnik: Nils Römpke

Artdesign: Alexandre Vicente aka Deerandbeard

Titelfoto: Brian Ca

Veranstaltungsort:
Messepark Trier
In den Moselauen 1 · 54294 Trier
Premiere :
Do 22. Oktober 2020
Weitere Vorstellungen:
Fr 23., Sa 24. & So 25. Oktober 2020
Beginn 20:00 Uhr - Einlass 19:00 Uhr

Tickets gibt es hier.


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