Aktuelle Projekte

Unser aktuelles Contemporary Dance Project "DEM MENSCHEN EIN WOLF" unter der künstlerischen Leitung von Choreograf Saeed Hani        feiert am 29.11.2018 Premiere in der Tufa Trier

"Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit" schrieb der römische Dichter Titus Maccius Plautus im 3. Jahrhundert vor Christus in seiner Komödie „Asinaria“. Demnach ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, sondern vielmehr ein Wolf, wenn er nicht weiß, wie dieser geartet ist – anders gesagt, wenn dieser ihm fremd ist. Dann seien Menschen lediglich darauf aus, ihren eigenen Nutzen zu maximieren und seien somit nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht.


Im 17. Jahrhundert griff der englische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes in der Widmung seines Werkes „De Cive“ an William Cavendish dieses negative Menschenbild auf, jedoch nicht um das Verhältnis der Menschen zueinander zu charakterisieren, sondern um das Verhältnis zwischen den Staaten zu beschreiben. Hier müssten "selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, das heißt die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen."

Auch im Jahre 2017 hat dieses Bildnis nichts an seiner Bedeutung verloren. Die Auseinandersetzung mit dem Weltbild von Plautus und Hobbes, projiziert auf die aktuellen gesellschaftlichen Ereignisse, bilden das zentrale Thema des Tanzprojektes „Dem Menschen ein Wolf“, unter der künstlerischen Leiter von Choreograph Saeed Hani, der im Herbst 2015 als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam.

Gemeinsam mit sechs Tänzerinnen und Tänzern thematisiert Saeed Hani den Umgang der Menschen mit dem Fremden. Sehen wir den Fremden wirklich nicht als Mitmenschen an, sondern unterstellen ihm Eigenschaften wie Argwohn, Gier und die Gefährlichkeit eines Raubtieres nur basierend auf seiner Andersartigkeit? Entgegen der misanthropischen Denkweise erfuhr Saeed Hani viel Unterstützung und Anteilnahme bei seiner Ankunft in Deutschland, obwohl er seinen Helfern anfangs ein völlig Fremder war. Kann also Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit doch bestehen, in einer Zeit voller Egoismen und Selbstsucht?

Über diese Fragen hinaus will „Dem Menschen ein Wolf“ Motive und Perspektiven des menschlichen Zusammenlebens beleuchten. Warum folgen so viele Menschen den einfachen Parolen von Demagogen, die Mauern statt Brücken propagieren? Warum fürchten so viele Menschen einen persönlichen Verlust, wenn sich die Gesellschaft solidarisch zeigt? Ist der menschliche Egoismus doch so grenzenlos wie Schopenhauer ihn beschrieb?

„Dem Menschen ein Wolf“ soll dem Zuschauer eine Reflexionsfläche für das aktuelle Zeitgeschehen bieten und ihn auffordern, sich darin zu positionieren. Gerade in einer Zeit, in der es nahezu unmöglich geworden ist, die Nachrichten zu verfolgen, ohne an dem Berichteten zu verzweifeln, den Verstand zu verlieren oder in eine Schockstarre zu verfallen, ist es Aufgabe der Kunst, gesellschaftspolitische Themen auf die Bühne zu bringen und den Zuschauer zum Denken und Reflektieren anzuregen.

Die Premiere von "DEM MENSCHEN EIN WOLF" findet am 29. November 2018 in der Tufa Trier statt.

Bunter geht nicht - "MEIN MONSTER" auf der Kunstbrücke Gartenfeld

Die monatelangen Vorbereitungen für diese "monsterhafte" Installation wurden belohnt durch strahlenden Sonnenschein, gut gelauntes, staunendes Publikum aus ganz Trier und Luxemburg, begeisterte Redner, fetzige Musik und leckeres Selbstgemachtes im Rahmen der Vernissage am 26. Mai. Die Künstlerin Tania Kremer-Sossong und der Verein menschMITmensch können sich über den großen Erfolg freuen und gleich neue Pläne schmieden. Die Ausstellung bleibt bis Ende August an der Gartenfeld-Brücke, dann gehen die Monster auf die Reise nach Luxemburg, um auch dort präsentiert zu werden.

Danke an Jenz Dieckmann für die tollen Fotos.

Open-Air-Vernissage in Trier Ost an der "Kunstbrücke Gartenfeld"

Unter der Trägerschaft unseres Vereins und der künstlerischen Leitung von Tania Kremer-Sossong werden 266 Monster aus Recyclingmaterial präsentiert, erschaffen in 22 Workshops in  Trier und Luxemburg, von nahezu 150 Teilnehmern aus mehr als 25 Nationen.       

Die beruflich vielseitige und sozial sehr engagierte Luxemburgerin arbeitet nach einem Studium der Graphik, Skulptur und Kunstgeschichte als freischaffende Künstlerin. Ihre Werke werden in vielen Städten Europas ausgestellt, außerdem ist sie den Trierern bekannt durch ihren bei der Elefantenparade 2013 präsentierten "Taniphant".

 Es erwarten Sie selbstgemachte, internationale Köstlichkeiten, Musik von DJ Karsten Wengler und die Möglichkeit, Ihr eigenes Monster zu kreieren.

 Die Begrüßungsworte sprechen Thomas Schmitt, Kulturdezernent der Stadt Trier, und Ernest Hoffmann, Vertreter der Stadt Luxemburg.

26. Mai 2018 um 15 Uhr an der Kunstbrücke Gartenfeld                                                 Ausstellungsdauer: Mai bis September 2018

MEIN MONSTER an der KUNSTBRÜCKE GARTENFELD

Neues Projekt "MEIN MONSTER" unter der Trägerschaft unseres Vereins an der KUNSTBRÜCKE GARTENFELD.

Mehrere Gruppen unterschiedlicher Kulturen und jeden Alters erschaffen derzeit in ganz Trier und in Luxemburg "MONSTER" aus Recyclingmaterial, die dann mit einer Gesamtzahl von 266 Stück von der luxemburgischen Künstlerin Tania Kremer-Sossong zu einer Kunstinstallation zusammengefügt werden.

Respekt und Dank an alle Kreativen von Palais e.V. / Don Bosco Helenenberg / CARITAS / Bürgerhaus Trier-Nord e.V. / Kinderschutzbund Trier e.V. / ASTI und Maisons de Relais Luxemburg

Vernissage am 26. Mai 2018 um 15.00 Uhr - Save the date !

Unser neues Tanzstück "DEM MENSCHEN EIN WOLF" unter der künstlerischen Leitung von Choreograf Saeed Hani.

Premiere im November in der Tufa Trier.

"Lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit" schrieb der römische Dichter Titus Maccius Plautus im 3. Jahrhundert vor Christus in seiner Komödie „Asinaria“. Demnach ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, sondern vielmehr ein Wolf, wenn er nicht weiß, wie dieser geartet ist – anders gesagt, wenn dieser ihm fremd ist. Dann seien Menschen lediglich darauf aus, ihren eigenen Nutzen zu maximieren und seien somit nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht.

Im 17. Jahrhundert griff der englische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes in der Widmung seines Werkes „De Cive“ an William Cavendish dieses negative Menschenbild auf, jedoch nicht um das Verhältnis der Menschen zueinander zu charakterisieren, sondern um das Verhältnis zwischen den Staaten zu beschreiben. Hier müssten "selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, das heißt die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen."

Auch im Jahre 2017 hat dieses Bildnis nichts an seiner Bedeutung verloren. Die Auseinandersetzung mit dem Weltbild von Plautus und Hobbes, projiziert auf die aktuellen gesellschaftlichen Ereignisse, bilden das zentrale Thema des Tanzprojektes „Dem Menschen ein Wolf“, unter der künstlerischen Leiter von Choreograph Saeed Hani, der im Herbst 2015 als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam.

Gemeinsam mit sieben Tänzerinnen und Tänzern thematisiert Saeed Hani den Umgang der Menschen mit dem Fremden. Sehen wir den Fremden wirklich nicht als Mitmenschen an, sondern unterstellen ihm Eigenschaften wie Argwohn, Gier und die Gefährlichkeit eines Raubtieres nur basierend auf seiner Andersartigkeit? Entgegen der misanthropischen Denkweise erfuhr Saeed Hani viel Unterstützung und Anteilnahme bei seiner Ankunft in Deutschland, obwohl er seinen Helfern anfangs ein völlig Fremder war. Kann also Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit doch bestehen, in einer Zeit voller Egoismen und Selbstsucht?

Über diese Fragen hinaus will „Dem Menschen ein Wolf“ Motive und Perspektiven des menschlichen Zusammenlebens beleuchten. Warum folgen so viele Menschen den einfachen Parolen von Demagogen, die Mauern statt Brücken propagieren? Warum fürchten so viele Menschen einen persönlichen Verlust, wenn sich die Gesellschaft solidarisch zeigt? Ist der menschliche Egoismus doch so grenzenlos wie Schopenhauer ihn beschrieb?

„Dem Menschen ein Wolf“ soll dem Zuschauer eine Reflexionsfläche für das aktuelle Zeitgeschehen bieten und ihn auffordern, sich darin zu positionieren. Gerade in einer Zeit, in der es nahezu unmöglich geworden ist, die Nachrichten zu verfolgen, ohne an dem Berichteten zu verzweifeln, den Verstand zu verlieren oder in eine Schockstarre zu verfallen, ist es Aufgabe der Kunst, gesellschaftspolitische Themen auf die Bühne zu bringen und den Zuschauer zum Denken und Reflektieren anzuregen.

Die Premiere von "DEM MENSCHEN EIN WOLF" findet am 29. November 2018 in der Tufa Trier statt.

Fotos: Eduardo Vega-Patiño