Der Verein

menschMITmensch e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und beim Amtsgericht Wittlich unter VR41214 eingetragen. Seit Mai 2016 sind wir Mitgliedsverein bei der TUFA Trier. 

Wir fördern die aktive Zusammenarbeit zwischen Heimischen und Fremden über die vielfältigen Ausdrucksformen von Kunst und Kultur. Aus diesem interkulturellen Miteinander bildet der Verein nachhaltige Strukturen mit Hilfe und Impulsen der zu uns gekommenen Flüchtlinge und leistet eine verstärkte Vernetzungsarbeit.


Unsere Grundsätze....

... durch Kunst- und Kulturprojekte Menschen verbinden

Ängste entstehen dort, wo Menschen sich fremd sind. Eine anonymisierte Masse an Asylbewerbern, die lediglich als Ursache der sogenannten Flüchtlingskrise wahrgenommen wird, sorgt für Verunsicherung und Misstrauen bei vielen Menschen. Empathie und Akzeptanz hingegen wachsen dort, wo man sich kennen und verstehen lernt.

Dort wo Flüchtlinge zu Individuen und somit zu Mitmenschen werden, mit denen man sich austauscht, gemeinsam kulturelle Projekte realisiert und sich nach den Proben auch im privaten Umfeld trifft, merken beide Seiten schnell, dass sich durch Austausch und Toleranz solide Brücken bauen lassen.     

Hierfür erfordert es eine aktive Zusammenarbeit zwischen Heimischen und Fremden. Hier ist die Kultur und auch die Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen eine bestens geeignete Helferin. Unterschiedliche Herkunft und unterschiedliche Fähigkeiten werden zu einer gegenseitigen Bereicherung führen und demonstrieren, dass sich in gemeinsamer kreativer Arbeit gegenseitiges Zutrauen und Vertrauen aufbauen lässt.

Für die Flüchtlinge würden unterschiedliche künstlerische bzw. kulturelle Aktivitäten eine Herausforderung darstellen, ihr Können einzusetzen. „Fördern durch Herausforderung“ gehört zu einem der Grundgedanken. Für die deutschen Akteure wird es dabei interessant sein zu lernen, wie der Fremde mit unserer Kultur umgeht, und wir unter deren Aspekt unsere eigene Kultur neu entdecken können.

Aus diesem interkulturellen Miteinander werden sich langfristige und nachhaltige Strukturen bilden lassen, und zwar mit Hilfe und den Impulsen der zu uns gekommenen Flüchtlinge.

Ein Teil der Arbeit besteht natürlich auch in der Orientierungshilfe für Asylsuchende und deren Beratung auf vielerlei für sie relevanten Gebieten. Die Vernetzung und der Austausch mit anderen Organisationen ist hierbei ein wichtiger und sinnvoller Weg.


Flüchtlinge willkommen!

Wir machen mit bei der Fotoaktion "Flüchtlinge willkommen" und zeigen Gesicht!

 

Unser Vorstand (seit Januar 2020)

Oliver Möller (1. Vorsitzender)

1996 kam der geborene Schwabe als Student der Medienwissenschaft nach Trier und engagierte sich zugleich in der ehrenamtlichen Kulturarbeit als Mitglied des Filmclubs Le Septième Art e.V. Nach Abschluss seines Studiums machte er seine Leidenschaft für Film und Musik zum Beruf und organisiert seither zahlreiche Kulturveranstaltungen in Trier und zwischenzeitlich zweijährig auch mal auf hoher See. Dem Wunsch folgend Veranstaltungen mit einer gesellschaftspolitischen Relevanz zu verbinden und engagierten Künstlern eine Plattform zu bieten, schloß er sich im Frühjahr 2016 menschmitmensch e.V. an.


Saeed Hani (2. Vorsitzender)

Aus Syrien stammend lebt Saeed Hani 2015 in Trier, wo er neben zahlreichen Auftritten als professioneller Tänzer und Tätigkeiten als Choreograph den Verein mit seiner grenzenlosen Kreativität in künstlerisch relevanten Fragen unterstützt. So konnten wir die Tanzprojekte "One Night Stand" und "Dem Menschen ein Wolf" unter seiner Leitung realisieren, welche nach ihren jeweiligen Premieren in der TUFA in Trier auch in Luxemburg, Belgien, Finnland und Frankreich aufgeführt wurden. Saeed ist ein großer Freund von interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Designern und lebt in seiner Arbeit sein Prinzip der kulturellen Vernetzung.


Bruni Bahlow (Schatzmeisterin)

Die aus Trier stammende ehemalige EU-Beamtin Bruni Bahlow malt leidenschaftlich gern und lässt sich auf ihren vielen Reisen von unterschiedlichen Kulturen und Einflüssen inspirieren. Eine dieser Reisen führte sie nach Ägypten, wo ihr vor allem die Kinder dort ans Herz wuchsen. Sie gründetet nach Ihrer Rückkehr den Verein „Kinder Ägyptens e.V.“ und unterstützte 8 Jahre lang bedürftige Familien in Luxor durch Spenden und Patenschaften. 2019 übernahm sie das Amt der Schatzmeisterin.



Marion Poma (Beisitzerin)

Marion Poma arbeitete als  EU-Beamtin in Brüssel und Luxemburg. Über viele Jahre hin fördert sie junge Kreative, organisiert Konzerte und kuriert Ausstellungen im In- und Ausland. Als Gründerin des Vereins unterstützt und begleitet sie seit 2015 Flüchtlinge auf dem Weg ihrer Integration und erhielt im Mai 2017 die Ehrenurkunde der Stadt Trier für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement. Die überzeugte Netzwerkerin ist seit Anfang 2020 Beisitzerin im Vereinsvorstand und legt nach wie vor den Schwerpunkt auf den Austausch und die Verknüpfung mit kulturellen Institutionen.





Wir unterstützen die Erklärung der Vielen!
Die Kunst ist frei ...
... und muss frei bleiben, denn die freien Künste leisten einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zu einer menschlichen und freiheitlichen Gestaltung der Welt.
Die Künste und ihre Einrichtungen müssen offene Räume sein, die Vielen gehören. Und dies heute mehr denn je, denn wir leben in einer pluralen Gesellschaft, in der unterschiedliche Interessen und Meinungen tagtäglich aufeinandertreffen und deshalb auch ständig in einem demokratischen Prozess immer wieder neu verhandelt werden müssen, um unser gemeinsames Wohl zu gestalten. In unserer auch durch Mobilität und Migration, sowie europäische Integration geprägten Gesellschaft gewinnen Kunst, Kultur und kulturelle Bildung eine zunehmende Bedeutung, um ein harmonisches und uns alle bereicherndes Zusammenleben in kultureller Vielfalt zu befördern. Wir, die Kunst- und Kulturschaffenden, sind aufgerufen, an diesem Prozess, der von gegenseitigem Respekt getragen und auf das Wohl aller ausgerichtet sein muss, aktiv teilzunehmen und wir tun dies im Bewusstsein, dass in Deutschland schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht wurde, dass in der Folge Millionen Menschen ermordet wurden oder ins Exil gingen – unter ihnen auch viele Kulturschaffende, und dass am Ende von deutschem Boden aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden.
Deshalb verteidigen wir die Freiheit der Künste und die dazu notwendigen offenen Räume und wenden uns gegen rechten Populismus, der gegen Kunstfreiheit polemisiert und deren öffentliche Förderung in Frage stellt. Wir können nicht wegsehen, wenn in Deutschland rechte und nationalistische Gruppierungen oder Parteien Veranstaltungen stören, in Spielpläne eingreifen wollen und an einer Renationalisierung der Kultur arbeiten.
Wir, die wir die Trierer Erklärung der Vielen unterzeichnen, haben dazu eine klare Position:
Wir nehmen den gesellschaftlichen Auftrag, unsere Gesellschaft demokratisch fortzuentwickeln, ernst und bringen uns sowohl einzeln als auch gemeinsam und solidarisch in den demokratischen Prozess ein, indem wir einen offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über populistische, rechte Strategien mit unserem Publikum führen.
Wir geben rechtsnationalen Populisten und Rassisten, da sie das Toleranzgebot verletzen, in unseren Veranstaltungen keinen Raum, sondern verbinden uns solidarisch mit Menschen, die von ihnen an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt oder ausgegrenzt werden.
Gerade hier, im Herzen Europas, wo nach den leidvollen Erfahrungen zweier Weltkriege seit über 70 Jahren grenzüberschreitende Zusammenarbeit tagtäglich praktiziert wird, wenden wir uns gegen alle Versuche, erneut Mauern und Zäune zwischen Menschen zu errichten. Wir stehen gemeinsam mit unseren Nachbarn und Freunden aus Luxemburg, Frankreich und Belgien für ein einiges Europa.